Der Biodynamische Ansatz in der Entwicklungsförderung von Kindern und Prozessbegleitung von Erwachsenen

Die Osteopathen Dr. A.T. Still, Dr.Sutherland, Rollin Becker, James Jealous  und Tom Esser waren alle Wegbereiter und haben wesentliche Beiträge für diesen Biodynamischen Ansatz eingebracht. 
1994 entstand durch J. Jealous das "Konzept der Biodynamik in der Osteopathie"

(Auszüge aus einem Vortrag von Tom Esser M.Sc. D.O. anlässlich des St. Petersburger Biodynamik Kongresses „Lebendiger Schädel" („Living Skull"),
am 13. Juni 2009)


Es geht darum, den Begriff „Biodynamik" zu erkunden und wie er sich zum Biodynamischen Ansatz in der Osteopathie verhält.
Im Jahr 1982 bereitete Dr. Jealous einen Vortrag über Embryologie für die SCTF vor. Dabei kam ihm ein Buch der Embryologen Dr. Blechschmidt und Dr. Gasser in die Hände. Das Buch trug den Titel „Biokinetik und Biodynamik der menschlichen Entwicklung". Dr. Jealous las Dr. Blechschmidt´s Beschreibung der embryologischen Entwicklung der metabolischen Felder. Er bildete die Verknüpfung zwischen dem, was Dr. Blechschmidt die metabolischen Felder nannte und dem, was Dr. Sutherland als die Flüssigkeitsfelder beschrieben hatte.
Dr. Blechschmidt sah den ganzen Embryo in einem morphogenetischen Feld, während Dr. Sutherland einen physischen Körper in Kommunikation mit einem Flüssigkeitskörper beschrieben hatte.
Das Ganze zu sehen ist das erste biodynamische Prinzip. Leider wird dies bei der Diagnose und der Behandlung oft vergessen. In der allopathischen Medizin wird typischerweise auf Teile (Symptome) geschaut, ohne das Ganze zu beachten (Ursache). In der Biodynamik sind wir primär am Ganzen interessiert. Dies ist von besonderer Bedeutung bei der Begleitung von Kindern, wo die innewohnenden Kräfte des Lebens noch im Vordergrund sind.
Vor einigen Jahren hat ein Wissenschaftler des MIT in Boston berichtet:
Die Kräfte, die uns formen, sind dieselben Kräfte, die uns heilen und gesund erhalten.




Nun möchte ich einen Überblick über den Biodynamischen Ansatz in der Entwicklungsförderung bei Kindern und Säuglingen geben:
Die Anwendung dieser Methode bei einem Kind unterscheidet sich deutlich von dem Ansatz bei einem Erwachsenen. Die Kräfte, welche die Form hervorbringen, produzieren einen sich dauernd verändernden Zustand von dynamischer Balance im Ganzen. Dysfunktion kann Zerteilung bewirken, sodass das Kind nicht auf optimale Weise wachsen, sich entwickeln und entfalten kann.
"Ein Kind kann nicht wie ein Erwachsener behandelt werden, aber ein Erwachsener kann wie ein Kind behandelt werden." Das Hauptprinzip bei der Entwicklungsförderung von Kindern ist, transparent zu sein für die Bewegung des Erschaffens die durch das Kind geht. Das biodynamische Modell hält sich an dieses Prinzip und strebt danach, ausschließlich die innewohnenden Kräfte der primären Atmung anzuwenden. Dies verlangt vom Therapeuten, dass er keinerlei Kraft in das System bringt, um eine erwünschte Veränderung herbeizuführen. Wenn der Therapeut nach dem biodynamischen Modell arbeitet, dann bewegt er sich nicht in Richtung der Restriktion oder der Dysfunktion (direkte Technik), sondern er sucht vielmehr nach der unwillkürlichen Bewegung und geht in die Richtung der Leichtigkeit und unterstützt damit die Gesundheit.
Das Wichtigste hierbei ist, eine Kommunikation mit dem Kind aufzubauen.
"Vor jeglicher Behandlung streben wir danach, das Kind zu treffen."
Der primäre Fokus sollte dabei auf der Synchronisierung mit dem Ganzen und mit den therapeutischen Kräften der Umwandlung, wie sie sich im Moment ausdrücken, liegen.

„Kinder lassen unsere Liebe erwachen. Wir treffen sie am Treffpunkt, wo sie kommen und uns abholen.
Gemeinsam mit einem Kind wach zu sein ist eine wahre Form der Kontemplation.
Wenn wir uns von unseren Mustern an erlerntem Verhalten leeren, dann treffen wir sie und sie machen uns wach für die Bewegung der Schöpfung."

Dr. James S. Jealous D.O., Begründer des Biodynamischen Ansatzes in der Kinderbehandlung